„Ab welchem SCHUFA-Score bekomme ich keinen DSL-Vertrag mehr?“ Diese Frage bekommen wir oft — und die ehrliche Antwort lautet: Es gibt keine öffentliche Grenze. Aber es gibt einiges, was Sie über den Score wissen sollten, bevor Sie den nächsten Antrag stellen.
Was der Score überhaupt ist
Der SCHUFA-Basisscore ist ein Prozentwert zwischen 0 und 100. Er sagt nicht aus, ob Sie zahlungsfähig sind, sondern schätzt statistisch, wie wahrscheinlich es ist, dass eine Zahlung ausfällt — abgeleitet aus dem Verhalten von Menschen mit ähnlichen Daten.
Wichtig dabei: Anbieter sehen in der Regel nicht Ihren Basisscore, sondern einen Branchenscore. Für Telekommunikation gibt es einen eigenen, der anders gewichtet als der für Banken oder den Versandhandel. Deshalb kann derselbe Mensch beim Handyvertrag durchkommen und beim Ratenkredit scheitern.
Warum niemand eine Grenze nennen kann
Jeder Netzbetreiber legt selbst fest, ab welchem Wert er ablehnt, was er in Kombination mit anderen Daten gewichtet und ob er stattdessen ein abgespecktes Angebot macht. Diese Schwellen sind Geschäftsgeheimnis, sie unterscheiden sich zwischen Anbietern deutlich, und sie ändern sich laufend — manchmal innerhalb weniger Wochen, je nach Geschäftslage.
Wenn Ihnen also jemand sagt „ab Score X geht nichts mehr“, dann erfindet er das. Genauso wie die Behauptung, ein bestimmter Anbieter prüfe grundsätzlich nicht.
Was Ihren Score drückt — auch ohne Schulden
Ein häufiges Missverständnis: Ein schlechter Score bedeutet nicht automatisch, dass Sie Schulden haben. Diese Dinge wirken sich aus, obwohl nichts offen ist:
- Wenig Historie. Junge Erwachsene und Menschen, die neu nach Deutschland gezogen sind, haben oft kaum Daten. Wo nichts ist, kann auch nichts positiv bewertet werden.
- Häufige Umzüge. Viele Adresswechsel in kurzer Zeit wirken sich negativ aus.
- Viele Konten und Karten. Auch ungenutzte zählen mit.
- Kreditanfragen. Achten Sie darauf, dass Vergleichsportale eine Konditionenanfrage stellen und keine Kreditanfrage — Letztere wird gespeichert und wirkt sich aus.
Was den Score wieder aufbaut
Der Score ist kein Urteil, sondern eine Momentaufnahme. Er bewegt sich, wenn sich die Daten bewegen:
- Offene Forderungen begleichen — und zwar schnell. Wer eine Forderung innerhalb von 100 Tagen nach dem Eintrag bezahlt, verkürzt die Speicherdauer von drei Jahren auf 18 Monate. Diese Regelung gilt seit Anfang 2025.
- Ungenutzte Konten und Karten kündigen.
- Laufende Verträge zuverlässig bedienen. Genau hier zahlt ein Internetanschluss ein, der zwei Jahre lang pünktlich abgebucht wird.
- Die kostenlose Datenkopie nach Artikel 15 DSGVO anfordern und falsche Einträge beanstanden. Wie das geht, steht hier.
Und wenn es jetzt schnell gehen muss?
Am Score zu arbeiten ist richtig, dauert aber Monate. Wenn Sie heute einen Anschluss brauchen, führt der schnellere Weg über einen Anbieter, dessen Kriterien zu Ihrer Situation passen. Genau das ist unsere Arbeit: Wir stellen den Antrag dort, wo er die besten Chancen hat, und weichen bei einer Absage auf ein anderes Netz aus.
Wie die großen Anbieter dabei vorgehen, haben wir im Vergleich aufgeschrieben. Und falls Sie schon eine Absage haben: Das sind die sinnvollen nächsten Schritte.