In vielen Wohnungen liegt bereits ein Kabelanschluss, und Kabel-Internet ist schnell: 250, 500 oder sogar 1.000 Mbit/s sind über das Fernsehkabel üblich. Deshalb ist Kabel-Internet trotz Schufa für viele die erste Idee, wenn ein negativer Eintrag im Weg steht. Ob das klappt, hängt weniger von der Technik ab als davon, wie der Kabelanbieter prüft und wie Sie bestellen. Dieser Ratgeber erklärt, was beim Kabel anders ist als bei DSL, welche Chancen Sie haben und wann DSL die bessere Wahl ist.
Wer Kabel-Internet überhaupt anbietet
Das Kabelnetz in Deutschland gehört im Wesentlichen zwei Unternehmen: Vodafone (ehemals Kabel Deutschland und Unitymedia) versorgt den Großteil des Landes, in Teilen von Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen ist außerdem Tele Columbus mit der Marke PŸUR aktiv, dazu kommen regionale Netzbetreiber. Anders als bei DSL, wo Dutzende Anbieter dieselbe Telefonleitung nutzen, haben Sie beim Kabel an einer Adresse meist genau einen Anbieter. Lehnt der ab, gibt es an dieser Adresse kein anderes Kabel-Internet. Das ist der wichtigste Unterschied zu DSL, und er entscheidet über die Strategie.
Wie Vodafone und PŸUR die Bonität prüfen
Auch Kabelanbieter schließen einen Vertrag mit monatlicher Zahlungspflicht und prüfen deshalb vor der Freischaltung. Vodafone nutzt nach eigenen Angaben konzerninterne Daten sowie Auskünfte der SCHUFA und weiterer Auskunfteien wie CRIF Bürgel und Infoscore. Nach der Bestellung folgt die Abfrage, bei schwacher Einstufung wird der Auftrag storniert oder eine Sicherheitsleistung verlangt. Kabel- und DSL-Tarife von Vodafone werden dabei getrennt bewertet, so dass eine Ablehnung beim Kabel nicht automatisch eine Ablehnung beim DSL bedeutet. PŸUR prüft ebenfalls über Auskunfteien, entscheidet aber nach eigenen Regeln.
Eine Prüfung ganz ohne SCHUFA gibt es bei keinem Kabelanbieter, und ein Vermittler kann sie nicht umgehen. Wer Ihnen „Kabel-Internet garantiert ohne Bonitätsprüfung“ verspricht, verkauft Ihnen entweder einen Kautionstarif, einen LTE-Router oder gar nichts.
Ihre Chancen realistisch eingeschätzt
- Erledigter Eintrag: gute Chancen. Ein bezahlter Eintrag, der noch in der Auskunft steht, führt bei einem schlanken Kabeltarif selten zur Ablehnung.
- Offener Eintrag: möglich, aber unsicher. Hier hilft es, die Forderung vor der Bestellung auszugleichen oder direkt auf DSL auszuweichen, wo mehrere Anbieter infrage kommen.
- Offene Forderung bei Vodafone selbst: praktisch aussichtslos, solange sie nicht beglichen ist. Der Anbieter sieht die eigene Forderung in seinen internen Daten, unabhängig von der SCHUFA.
- Laufende Privatinsolvenz: Ein regulärer Kabelvertrag wird meist abgelehnt. Dann ist ein Prepaid-LTE-Router die realistischere Wahl, bis das Verfahren durch ist.
Warum DSL bei negativer Schufa oft der bessere Weg ist
Beim Kabel haben Sie einen Versuch. Beim DSL haben Sie mehrere: Telekom, Vodafone, o2, 1&1 und weitere Anbieter nutzen dieselbe Leitung, prüfen aber jeweils nach eigenen Regeln. Wird ein Antrag abgelehnt, kann der nächste durchgehen. Genau so arbeiten wir: Wir bestellen dort, wo Ihre Chancen am besten stehen, und weichen bei einer Ablehnung auf einen zweiten Anbieter mit derselben Bandbreite aus. Der Tarif, den wir vermitteln, ist ein regulärer DSL 250 mit bis zu 250 Mbit/s, in den ersten sechs Monaten 0 Euro, danach 49,99 Euro im Monat, ohne Kaution und ohne Vorkasse. Für die meisten Haushalte reicht das für Streaming in 4K, Homeoffice und mehrere Geräte gleichzeitig. Wie Sie das prüfen lassen, steht auf der Startseite unter DSL trotz Schufa.
Kabel bleibt sinnvoll, wenn an Ihrer Adresse kein schnelles DSL verfügbar ist oder Sie tatsächlich 500 Mbit/s und mehr brauchen. Dann lohnt sich der Versuch beim Kabelanbieter mit einem kleinen Tarif, und DSL bleibt die Reserve.
So erhöhen Sie die Chancen beim Kabelanbieter
- Kleinen Tarif wählen. Ein Kabel 100 oder 250 ohne TV-Paket geht eher durch als das Gigabit-Bundle mit Fernsehen und Premium-Router. Je niedriger die monatliche Verpflichtung, desto geringer das Risiko für den Anbieter.
- Eigenen Kabelrouter nutzen. Auch beim Kabel gilt die Routerfreiheit. Ein eigenes DOCSIS-3.1-Gerät spart die Miete und verkleinert den Auftrag.
- Keine Optionen dazubuchen. TV, Auslandsflat und Sicherheitspakete erhöhen die Summe, die der Anbieter absichern muss.
- Sicherheitsleistung ernsthaft prüfen. Bietet der Anbieter nach der Prüfung eine Kaution an, ist das ein seriöser Weg, weil sie an den Netzbetreiber geht und nach Vertragsende zurückgezahlt wird. Auf Vorkasse an einen Vermittler sollten Sie sich dagegen nie einlassen.
- Nicht parallel bestellen. Mehrere Anträge in kurzer Zeit verschlechtern den Score. Erst Kabel, dann DSL, oder gleich DSL über uns.
Was der Anschluss trotz Schufa kosten darf
Ein regulärer Kabel- oder DSL-Tarif kostet mit negativem Eintrag nicht mehr als ohne; die Preise sind für alle Kunden gleich. Teurer wird es nur auf den Sonderwegen: Kautionstarife haben höhere Monatspreise, Prepaid-LTE kostet pro Gigabyte deutlich mehr als eine Flatrate, und wer einen Router kaufen statt mieten muss, zahlt einmalig 100 bis 200 Euro. Was im Einzelnen anfällt, rechnet der Ratgeber Was DSL trotz SCHUFA wirklich kostet vor. Und wenn der Antrag abgelehnt wurde, zeigt DSL-Antrag abgelehnt: Was jetzt?, welche Schritte danach sinnvoll sind.
Fazit
Kabel-Internet trotz Schufa ist möglich, aber Sie haben an Ihrer Adresse nur einen Versuch, und der Kabelanbieter prüft genauso wie jeder andere. Wer einen erledigten Eintrag hat, kann es mit einem kleinen Kabeltarif versuchen. Wer auf Nummer sicher gehen will, nimmt DSL: mehrere Anbieter, mehrere Chancen, und über uns eine zweite Bestellung mit gleicher Bandbreite, falls die erste scheitert. Alle Wege zum Anschluss, von Kabel über DSL bis LTE, fasst der große Ratgeber Internet trotz Schufa zusammen.